Simon Molitor: Sonate op. 11

Revised by Bruno Henze


Biographical Details

Simon Franz MoIitor was born on 3rd November 1766 at Neckarsulm in Württemberg. The baptismal certificate gives his father's profession as "Praeceptor", but according to Molltor's first biographer Leopold von Sonnleithner, he was also occupied as a director of church music.
In his boyhood, Simon Franz had already received Instruction from his father in composition and also the piano and violin. He liked the violin very much and it later provided hlm with a good reputation as an executant musician. Concert tours took him through-out Germany; he played In various orchestras and composed orchestral and chamber music. During the 1796/97 he was orchestral director In Venice.
From 1803 he resided permanently In Vlenna. In this period also he studied composition with Abbé Vogler. The period around 18OO was the most fruitful of Molitor's musical output. After being pensioned in 1831, the years until his death on 21st February 1848 were occupied in musical-historic research. The reason for the renunciation of musical creation was the period of fame of Giuliani which commenced at this time, which overtook the Vlennese pre-classical school.
Molitor's compositions for guitar have the distinct hall-mark of the works of the Viennese pre-classical writers for guitar. His works had a great influence on the compositions of his contemporaries, e. g. W. Matiegka and A. Diabelli, and in spite of their unmistakable educational purpose, they still today exhibit a surprising freshness and vitality in thelr melodic and formaI construction. Their lasting effect on the period before and after Giuliani is not to be denied.


Blographische Notiz :

Simon Franz Molitor wurde am 3. Nov. 1766 zu Neckarsulm In Württemberg geboren. Das Taufdokument bezeichnet den Beruf des Vaters als Praeceptor, der aber nach dem ersten Biographen Molitors, Leopold von Sonnleithner, auch als Leiter der Kirchenmusik tätig war.
Simon Franz erhielt schon im Knabenalter von seinem Vater Unterricht in der Tonsetzkunst, sowie im Klavier- und Violinspiel. Die Violine liebte er sehr und sie verschaffte ihm später einen guten Ruf als Musiker. Konzertreisen führten ihn durch ganz Deutschland, er spielte in verschiedenen Orchestern und komponierte Konzert- und Kammermusik. 1796-97 war er Orchester-Direktor in Venedig.
Seit 1803 läßt sich sein Aufenthalt in Wien feststellen. Um diese Zeit fällt auch sein Studium der Komposition bei Abbé Vogler.
Die Jahre um 1800 sind die fruchtbarsten im musikalischen Schaffen Molitors. Nach seiner 1831 erfolgten Pensionierung waren die Jahre bis zu seinem Tode am 21. Februar 1848 mit musikalisch-geschichtlichen Forschungen ausgefüllt. Als Grund des Verzichts auf ein musikalisches Schaffen wird die um diese Zeit einsetzende Giuliani-Epoche gesehen, die die Wiener Vorklassik überholte.
Molitors Kompositionen für die Gitarre haben das Niveau der musikalischen Arbeiten der Wiener Gitarrevorklassik bedeutend gehoben. Seine Arbeiten haben einen großen Einfluß auf die Kompositionen seiner Zeitgenossen, z. B. W. Matiegka und A. Diabelli ausgeübt und trotz ihres unverkennbaren didaktischen Zweckes, zeigen sie noch heute eine auffallende Frische und Lebendigkeit in ihrer Melodle- und Formbildung. Ihre nachhaltende Wirkung auf die Vor- und Nachzeit der Giulianiepoche ist nicht zu leugnen.

Berlin, im Frühjahr 1959

Bruno Henze

© 1959 by Friedrich Hofmeister, Frankfurt am Main